Presidents Trophy Wette: Der Regular-Season-Outright-Markt

Updated Juli 2026
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NHL-Eishockeyspieler in weißem Trikot bei einem Regular-Season-Spiel auf der Eisfläche einer voll besetzten Arena

Warum der Presidents-Trophy-Markt unterschätzt wird

Die Presidents Trophy ist die Auszeichnung für das NHL-Team mit den meisten Punkten in der Regular Season. In deutschen Wettportalen wird sie selten prominent dargestellt, in Nordamerika gehört sie zu den Standard-Futures ab Saisonbeginn. Genau diese Asymmetrie ist der Grund, warum ich den Markt interessant finde.

Wer 82 Spiele als Maßstab nimmt, wettet auf Konstanz, nicht auf Momentum. Das unterscheidet die Presidents-Trophy-Wette strukturell von Stanley-Cup-Futures, in denen 16 Siege in zwei Monaten das Maß aller Dinge sind. Beide Märkte belohnen andere Eigenschaften, und genau deshalb lohnt es sich, sie getrennt zu behandeln. In meinen neun Jahren habe ich gesehen, wie Wetter reflexartig auf den Stanley-Cup-Favoriten gehen und die Presidents-Trophy-Quote gar nicht beachten. Das ist ein Fehler – in der Regular Season siegt das mechanisch bessere Team, während die Playoffs Raum für Heißsträhne und Einzel-Goalie-Performance lassen. Wer auf strukturelle Qualität wettet, ist bei der Presidents Trophy richtiger aufgehoben.

Muster der letzten zehn Saisons

Wenn man die Presidents-Trophy-Sieger der letzten zehn Jahre auflistet, sieht man etwas Überraschendes: Es sind fast ausschließlich Teams aus dem oberen Quartil der Vorsaison. Aufsteiger-Storys sind die Ausnahme.

Die Gewinner der Presidents Trophy kommen überproportional häufig aus Franchises, die schon im Vorjahr unter den Top-5 waren. Das hat einen banalen Grund: 82 Spiele sind ein langer Zeitraum, und die Teams, die über Jahre strukturell gut sind – durch Kader-Tiefe, Goalie-Stabilität und Trainer-Kontinuität – rotieren die Spitze unter sich. Teams, die aus dem Nichts auf Platz eins schießen, sind selten, und wenn sie es tun, lag in den meisten Fällen ein außergewöhnliches Goalie-Jahr oder ein massiv überperformendes Special-Teams-Programm vor. Die NHL ist mittelfristig weniger zufällig, als sie kurzfristig wirkt.

Das zweite Muster: Die Punktzahl des Presidents-Trophy-Siegers liegt typischerweise zwischen 115 und 135 Punkten, mit einem Mittel um 122. In einer 82-Spiele-Saison ist das eine Gewinnquote von rund 68 bis 82 Prozent, wenn man die OT-Niederlagen mit einrechnet. Wer auf einen bestimmten Favoriten wettet, wettet implizit auf diese Zielzone. Ein Team, das zu Saisonbeginn mit einer Hart-Trophy-Quote von 2,80 dezimal gehandelt wird, schafft diese Punktzahl in etwa 35 Prozent der Fälle – ein Wert, der deutlich unter der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt. Das Wett-Angebot für die Presidents Trophy ist also oft scharf eingestellt, aber nicht immer.

Ein dritter Aspekt lohnt die Erwähnung. Die Division-Verteilung der Presidents-Trophy-Sieger ist nicht gleichmäßig. Teams aus der Atlantic und der Central Division haben historisch etwas häufiger gewonnen als Teams aus der Metropolitan und der Pacific, und das hat mit der Spielplan-Struktur zu tun: Wer in einer Division mit mehreren schwachen Teams spielt, sammelt mehr einfache Punkte als wer ständig gegen Top-Gegner antreten muss. Diese Strukturebene wird von Quotensetzern zwar berücksichtigt, aber nicht immer voll eingepreist. Wer sich die Saisonanfangs-Tabellen der letzten fünf Jahre anschaut, erkennt das Muster ohne große Statistik-Arbeit.

Die Favoriten der Saison 2025/26

Die Saison 2025/26 wird mit einem relativ klaren Favoritenfeld gespielt. Vier oder fünf Teams werden zu Saisonbeginn als wahrscheinliche Presidents-Trophy-Sieger gehandelt, und die Quoten dafür bewegen sich in einem engen Korridor.

Florida Panthers als amtierender Stanley-Cup-Sieger, Edmonton Oilers als Dauerbrenner mit McDavid und Draisaitl, Carolina Hurricanes mit einem der stabilsten Kadersysteme der Liga – diese Teams werden typischerweise zwischen 5,00 und 9,00 dezimal gehandelt. Etwas dahinter folgen Colorado, Dallas und Vegas, die im Bereich von 10,00 bis 15,00 liegen. Die „Überraschungs-Kandidaten“, die im März plötzlich in der Top-3 auftauchen könnten, bekommen Quoten zwischen 20,00 und 40,00. In allen vergangenen Saisons haben Teams aus der Top-5-Quote die Trophy geholt, und die Ausreißer-Wetten blieben ohne Treffer. Das ist kein Zufall – der Markt ist hier ziemlich präzise.

Die praktische Frage lautet: Wo liegt der Value? In meiner Erfahrung nicht bei den Top-Favoriten, weil deren Quoten schon den Mittelwert gut reflektieren. Der Wert liegt bei Teams, die nach den ersten 15 bis 20 Saisonspielen stark starten und deren Quoten noch nicht vollständig angepasst wurden. Ein Team, das im November mit einem Punkteschnitt von 1,40 pro Spiel in Führung liegt, wird bei den meisten Anbietern erst mit Verzögerung runtergepreiced – da liegt der Einstiegspunkt. Das erfordert aktives Monitoring während der ersten zwei Saisonmonate, nicht nur einen einmaligen Wetten-Kauf zu Saisonbeginn.

Cashout-Timing im März

Der oft entscheidende Moment im Presidents-Trophy-Markt ist nicht der Einstieg im Oktober, sondern der Ausstieg im März. Wer das versteht, macht aus einer statistischen Wette ein dynamisches Instrument.

Der März ist der Monat, in dem die Presidents Trophy faktisch entschieden wird. Bis Mitte März haben die meisten Teams 65 bis 70 Spiele absolviert, und die Tabellenspitze ist auf ein oder zwei Franchises zusammengeschrumpft. Die Wettquoten reagieren entsprechend dramatisch – ein Team, das im Oktober mit 8,00 dezimal gehandelt wurde und im März mit neun Punkten Vorsprung führt, findet sich dann bei Quoten um 1,30 oder 1,40. Wer die Wette im Oktober platziert hat, kann den Cashout-Betrag im März abrufen und realisiert oft zwischen 60 und 80 Prozent des maximalen Gewinns, ohne die letzten fünfzehn Spiele abwarten zu müssen. Das ist ein sinnvolles Risikomanagement, wenn man bedenkt, dass ein Verletzungsausfall der Top-Torjäger die komplette Position in wenigen Tagen entwerten kann.

Die Alternative – bis zum letzten Spieltag durchhalten – bringt höhere Auszahlungen, verlangt aber eiserne Nerven. Ich habe Leser gesehen, die im März eine sichere Cashout-Option hatten und sie ausließen, weil „die Quote noch lohnender aussah“, und drei Wochen später doch am leeren Zähler standen. In den meisten Fällen ist die frühere Realisierung die klügere Entscheidung, besonders wenn das Kapital für andere Märkte freigesetzt werden soll – etwa für die anrollenden Stanley-Cup-Playoffs selbst. Der Presidents-Trophy-Markt ist kein Endzweck, er ist eine Zwischenstation auf dem Weg durch die Saison. Wer ihn als Teil einer größeren Planung versteht, gewinnt strukturell mehr als wer ihn isoliert spielt. Für eine tiefere Einbettung in den Playoff-Kontext lohnt sich der Blick in die Stanley-Cup-Wetten-Übersicht.

Wann wird die Presidents Trophy abgerechnet?
Die Presidents Trophy wird am Ende der regulären Saison abgerechnet, also nach dem letzten Regular-Season-Spiel aller 32 Teams. Für die Saison 2025/26 ist das Datum der 16. April 2026. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der offiziellen NHL-Punktetabelle. Bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Teams greifen die ligaeigenen Tiebreaker-Regeln, und die Wette wird entsprechend dieser offiziellen Wertung entschieden.
Gibt es einen kombinierten Presidents-Trophy-plus-Stanley-Cup-Markt?
Ja, einige Sportbuchmacher bieten Double-Outright-Märkte an, bei denen ein einzelnes Team sowohl die Presidents Trophy als auch den Stanley Cup gewinnen muss. Die Quoten dafür sind deutlich höher als bei den Einzelmärkten, weil das Double in der jüngeren NHL-Geschichte selten gelungen ist – die meisten Presidents-Trophy-Sieger scheitern in den Playoffs. Wer diesen Markt spielt, wettet implizit gegen die Playoff-Varianz und sollte das Risiko entsprechend bewerten.

Verfasst vom Team von „SlapLine".